Vorwort Bundespräsident Dr. Heinz Fischer
Vorwort Bürgermeister Dr. Michael Häupl
Vorwort der Herausgeberinnen

Bundespräsident Dr. Heinz Fischer
Vor knapp einem Jahr durfte ich in Straßburg den Abgeordneten des Europäischen Parlaments meine Gedanken zur Entwicklung der Europäischen Union unterbreiten. Ein besonderes Anliegen war mir dabei die Frage der sozialen Dimension in der europäischen Wirtschaftsordnung.
Die Marktwirtschaft hat sich in Europa – und nicht nur dort, man denke an die Globalisierung –, weitgehend durchgesetzt. Weitere Länder wollen der Europäischen Union beitreten und unternehmen beachtliche Anstrengungen, um sich darauf vorzubereiten.
Doch in dieser grundsätzlich positiven Entwicklung liegen auch Risiken:
Es gibt unübersehbare Zeichen, dass wir in Europa zu sehr die Ökonomie in den Blick nehmen und die soziale Dimension unserer Gesellschaft außer Acht lassen.
Ungehemmtes Wirtschaften kann aber auf Dauer nicht erfolgreich sein.
Es wird von der Bevölkerung als ungerecht empfunden, weil es Menschen, Gesellschaften oder auch ganze Staaten in Gewinner und Verlierer trennt. Europas Ziel sollte jedoch eine nachhaltige und ökologisch verantwortungsvolle Wirtschaftsordnung sein, die erfolgreich ist, und dennoch die Menschen integriert und niemanden ausgrenzt.
Das ist ein anspruchsvolles Konzept und es kommt nicht von ungefähr, dass die Europäische Kommission neben der demografischen Entwicklung und Migration auch die soziale Ausgrenzung als Schlüsselthema der Gegenwart identifiziert hat.
Für die Bewältigung dieser Herausforderungen steht eines außer Zweifel:
Es muss gelingen, ein Europa zu schaffen, wo Ausgrenzungstendenzen – welcher Art auch immer – nicht einfach hingenommen werden.
Für die Unternehmen heißt das, dass wirtschaftliche Freiheit und sozial-ökologische Gerechtigkeit kein Widerspruch sein müssen.
Dabei sind auch die Unternehmer selbst herausgefordert. Erfreulicherweise nehmen mehr und mehr Betriebe im In- und Ausland ihre soziale und gesellschaftliche Verantwortung ernst. Sie verpflichten sich zu einer entsprechenden Managementethik bzw. zur Corporate Social Responsibility. Daher freut es mich ganz besonders, dass nun auch die Wiener Stadtwerke, einer der größten Arbeitgeber in der Region Wien und zugleich der größte kommunale Dienstleistungsbetrieb Österreichs, ihr neues Leitbild an diesen Forderungen ausgerichtet haben.
Ich hoffe, dass weitere Unternehmen – kommunale ebenso wie private – diesem Beispiel folgen werden und ihren eigenen Beitrag zu einer menschlich und ökologisch verantwortungsvollen Wirtschaftsordnung leisten.
Albert Schweitzer hat einmal gesagt: Keine Zukunft vermag gutzumachen, was du in der Gegenwart versäumst. In diesem Sinne wünsche ich mir zusammen mit vielen Österreicherinnen und Österreichern, dass die Wiener Stadtwerke und jene Unternehmen, die in diesem Buch ebenfalls zu Wort kommen, Vorbildwirkung haben und viele weitere Beispiele folgen!
Dr. Heinz Fischer
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