2.1 Systematischer Umweltschutz ist mittlerweile Standard
2.2 Nachhaltige Unternehmensführung und gesellschaftliche Verantwortung
2.3 Neue Themen: Verantwortung für Lieferanten und Antikorruption
2.4 Umsetzung von CSR im Management
2.5 CSR in Österreich

2. Die Verantwortung der Wirtschaft – Vom Umweltschutz zur Corporate Social Responsibility (CSR)
Dipl.-Kfm. Thomas Loew
Unternehmen sind ein wesentlicher Akteur, um eine Nachhaltige Entwicklung zu erreichen. So steht es nicht nur in der (‹) Agenda 21, sondern so sehen es auch viele Wirtschaftsvertreter selbst [Quelle: 15]. Inzwischen wurden seit dem Erdgipfel in Rio 1992 schon nennenswerte Erfolge auf Seiten der Privatwirtschaft erzielt.
2.1 Systematischer Umweltschutz ist mittlerweile Standard
Betrieblicher Umweltschutz
Seit den 1990er Jahren nehmen immer mehr Unternehmen Umweltschutz ernst. Das lässt sich z.B. gut an der Entwicklung von Umweltmanagementsystemen (UMS) erkennen. In Österreich haben sich 550 Unternehmen für ein UMS nach ISO 14001 entschieden, 265 Unternehmen wenden das europäische EMAS-Management an [Quelle: 16]. Gerade für kleinere Unternehmen gibt es noch weitere Umweltmanagementansätze wie zum Beispiel Ökoprofit [Quelle: 17] oder das (bislang nur deutsche) System des Qualitätsverbunds umweltbewusster Handwerksbetriebe [Quelle: 18] oder auch Ecocamping, an dem auch einige österreichische Campingplätze teilnehmen [Quelle: 19].
In der Regel beginnt Umweltschutz zunächst im Betrieb selbst. Es gilt, die Gesetze einzuhalten, Energie zu sparen, Abfälle zu vermeiden oder wenigstens für eine spätere Verwertung getrennt zu halten etc., was auch Kosten zu senken hilft. Energieaudits decken Energiesparpotenziale auf, mit denen die Kosten für Strom, Gas und Wärme gesenkt werden können. Abfallvermeidung wird oft durch einen verbesserten Materialeinsatz erreicht. Das große Kostensenkungspotenzial liegt dann nicht in den vermiedenen Entsorgungs-, sondern in den eingesparten Materialkosten. Ressourceneffizienz bei Energie und Material zahlt sich also aus.
Aber natürlich gibt es auch notwendige Maßnahmen, die mehr Aufwand verursachen, als dass sie Kosten senken. Nicht immer wird durch Umweltschutz Geld gespart, aber auch umgekehrt ist Umweltschutz nicht nur ein Kostentreiber.
Produktentwicklung hat große Potenziale
Die größten Potenziale zur Umweltentlastung liegen oftmals bei den Produkten selbst. Denn durch das Produktdesign werden sowohl die notwendigen Technologien bei der Herstellung als auch die Eigenschaften in der Nutzung und Nachnutzungsphase (Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung) festgelegt. Mit dem Design des Produkts sind somit nicht nur die Kostenstrukturen, sondern auch die Umweltbelastungen schon weitgehend determiniert.
Daher muss die Berücksichtigung von ökologischen Anforderungen zentraler Teil der Produktentwicklung sein. Derzeit lässt sich in der Automobilbrache erkennen, wie gefährlich es für Produzenten sein kann, ökologische Aspekte zu vernachlässigen: Angesichts steigender Energiepreise in den USA verlieren US-amerikanische Unternehmen, die weiterhin auf große Fahrzeuge mit hohen Benzinverbräuchen gesetzt haben, Marktanteile vor allem an japanische Hersteller mit energieeffizienten und damit sparsamen Modellen. Zukunftsorientierte Automobilhersteller greifen diesen Entwicklungen mit Innovationen vor, wie z.B. mit dem mit Elektro- plus Benzinmotor angetriebenen Hybridauto.
Sehr interessant sind Innovationen, die direkt auf bestimmte Umweltherausforderungen ausgerichtet sind, wie etwa auf dem Energiesektor. Unternehmen, die Windräder, Solarzellen, Sonnenkollektoren und Biomassekraftwerke herstellen, konnten in den vergangenen Jahren von stark wachsenden Märkten profitieren. Angesichts des Klimawandels machen sich aktuell viele Erfinder Gedanken, wie ohne die Verbrennung von fossilen Brennstoffen Strom, Wärme und andere Energieformen erzeugt werden können. Unternehmen, die hier einen Innovationssprung machen und entsprechende Produkte zur Marktreife entwickeln, ist der Erfolg sicher.
Verantwortung für die Lieferanten
Bereits heute gibt es große Unternehmen, die bei ihren Lieferanten nicht nur Qualitäts-, sondern auch Umweltmanagementsysteme erwarten oder sie sogar bei dessen Einführung unterstützt haben. Im Vergleich zum betrieblichen Umweltschutz und zur ökologischen Produktentwicklung ist diese Form der Umweltverantwortung noch eher selten. Sie wird aber in Anbetracht der zunehmenden globalen Verflechtung der Material- und Warenströme an Bedeutung gewinnen. Mehr dazu im Abschnitt 2.3.

Abbildung 2: Ökologische Unternehmensführung als Beitrag zu Nachhaltiger Entwicklung
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an [Quelle: 21] |