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Wiener Stadtwerke
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4.1 Die Wiener Stadtwerke – ein kommunaler Dienstleister mit Tradition
4.2 Nachhaltigkeit beim Wiener Stadtwerke-Konzern
4.3 Nachhaltige Mobilität – der Beitrag der Wiener Linien zur Nachhaltigkeit
und Daseinsvorsorge

4.4 Klimaschutz durch Energieeffizienz – der Beitrag der Wien Energie GmbH
zur Nachhaltigkeit und Daseinsvorsorge




4 Nachhaltigkeit bei den Wiener Stadtwerken

DI Isabella Kossina, MBA; Dr. Barbara Zeschmar-Lahl

4.1 Die Wiener Stadtwerke – ein kommunaler Dienstleister mit Tradition

Um die Versorgungssicherheit zu garantieren, eine weitsichtige Stadtplanung ermöglichen und eine moderne, leistungs- und zukunftsfähige Infrastruktur errichten zu können, hat Wien Anfang des letzten Jahrhundert die Gas- und Stromversorgung sowie die Verkehrsmitteln kommunalisiert [Quelle: 44]. Zwischen 1899 und 1907 entstanden jene Bereiche, die heute in wesentlichen Teilen die Wiener Stadtwerke bilden: die Elektrizitätswerke, die Gaswerke und die Verkehrsbetriebe. 1946, als große Teile Wiens in Schutt und Asche lagen, die Versorgungsnetzwerke beschädigt und die Schienenstränge zerstört waren, wurden Elektrizitätswerke, Gaswerke und Verkehrsbetriebe unter dem Dach einer gemeinsamen Generaldirektion zusammengefasst, um so den Wiederaufbau gemeinsam effizienter anzugehen und wirtschaftlicher und selbständiger agieren zu können. 1949 wurden daraus die Wiener Stadtwerke gegründet und 1952 die Städtische Bestattung eingegliedert.

Mitte der neunziger Jahre wurde aus den Tochtergesellschaften

  • Elektrizitätswerke... die Wienstrom
  • Gaswerke... die Wiengas
  • Verkehrsbetriebe... die Wiener Linien
  • Städtische Bestattung... die Bestattung Wien und
  • im Jahr 1995... die Fernwärme Wien integriert.

Seit dem Jahr 2003 sind zudem alle Energieunternehmen im Teilkonzern Wien Energie GmbH zusammengefasst

Mit den Wiener Stadtwerken deckte die Stadt Wien einen Großteil der Dienstleistungen der Daseinsvorsorge wie Versorgung mit Strom, Gas, Wärme und Nahverkehr ab. Durch den Beitritt Österreichs zur Europäischen Gemeinschaft und zur Welthandelsorganisation WTO jeweils zum 1.1.1995 wurden auch in Österreich diese Dienstleistungen für den Wettbewerb geöffnet.

Vor diesem Hintergrund beschloss der Wiener Gemeinderat im Juni 1999 die Umwandlung der Wiener Stadtwerke in die privatwirtschaftlich organisierte Wiener Stadtwerke Holding AG, die jedoch zu 100% im Eigentum der Stadt bleiben sollte. Durch die Ausgliederung aus dem Magistrat der Stadt Wien und damit aus der städtischen Verwaltung mit beamteten Beschäftigten sollte aus den Wiener Stadtwerken ein effizientes und leistungsfähiges Unternehmen werden, das sich gegen die private Konkurrenz im Wettbewerb behaupten konnte. Hierzu wurden sowohl neue Gesellschaften gegründet als auch strategische Partnerschaften mit privaten Unternehmen eingegangen.

  • Um die gesetzlich vorgeschriebene Trennung von Energieerzeugung und -verteilung (das sog. „Legal Unbundling") zum 1.1.2006 umzusetzen, wurde das Netzmanagement ausgelagert und zu diesem Zweck im Juni 2005 die Wien Energie Stromnetz GmbH als Tochter der Wien Energie GmbH gegründet. Damit sichert sich die Stadt Wien weiterhin den Zugriff auf das Wiener Stromnetz.
  • Um international wettbewerbsfähig zu bleiben, hat sich die Wien Energie GmbH im Juli 2001 mit den Energieunternehmen der Bundesländer Niederösterreich (EVN AG, 45%) und Burgenland (BEWAG 7%, BEGAS 3%) zur strategischen Partnerschaft Energieallianz Austria (EAA GmbH) zusammengeschlossen. Wien Energie hält 45% an der EAA GmbH, die mit Standorten in Wien und Linz heute eines der führenden Energiedienstleistungsunternehmen in Mitteleuropa ist.

Heute zählt der Wiener Stadtwerke-Konzern mit seinen Tochterunternehmen und Beteiligungen (vgl. [Quelle: 45]) zu den größten Mischkonzernen Österreichs. Mit über 14.000 Beschäftigten ist er einer der größten Arbeitgeber und Investoren des Landes (vgl. Tab. 4) und hat sich erfolgreich im Wettbewerb behauptet. In Wien sind die Wiener Stadtwerke Marktführer, nicht Monopolist.

* ohne KurzurlauberInnen, Präsenz- und Zivildiener, Lehrlinge
** Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

Tab. 4: Daten zum Wiener Stadtwerke-Konzern (nach Geschäftsbericht 2005)

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