6 Glossar
Agenda 21
Wurde auf der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio verabschiedet. Häufig als „Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert“
beschrieben, umfasst sie 40 Kapitel, in denen die Politikfelder behandelt und detaillierte Handlungsaufträge erteilt werden, um
weltweit eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen.
Brundlandt-Report
Von der UN-Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (Brundtland-Kommission) 1987 veröffentlichter Zukunftsbericht „Our Common
Future“ – „Unsere gemeinsame Zukunft“. In ihm wurde erstmals das Leitbild einer „nachhaltigen Entwicklung“ formuliert wird. Die
Kommission versteht darunter eine Entwicklung, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger
Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“
Corporate Citizenship (CC)
Zumeist übersetzt als „unternehmerisches bürgerschaftliches Engagement“. Das über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinausgehende
Engagement eines Unternehmens zur Lösung sozialer Probleme im lokalen Umfeld des Unternehmens und seiner Standorte; CC ist Teil von
CSR.
Corporate Governance (CG)
Gestaltung der Gesamtheit der Beziehungen zwischen dem Management, dem Aufsichtsrat, den Anteilseignern und den anderen Stakeholdern
eines Unternehmens. CG gibt auch eine Struktur vor, in deren Rahmen die Unternehmensziele, die Mittel zur Erreichung dieser
Ziele und die Überwachung der Unternehmensleistung festgelegt bzw. geregelt werden.
Corporate Governance Kodex
Für Österreich wurde erstmals in 2002 ein österreichischer Corporate Governance Kodex erstellt. Dieser basiert im Wesentlichen auf
gesetzlichen Vorschriften zur Leitung und Kontrolle börsennotierter Gesellschaften und enthält weiters international und national anerkannte
Standards guter und verantwortungsvoller Unternehmensführung, allerdings nur in Form von Empfehlungen und Anregungen.
Corporate Social Responsibility (CSR)
Ein Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis zur Erreichung sozialer und ökologischer Ziele die soziale
Verantwortung in ihre grundsätzliche Unternehmensstrategie, ihre Managementinstrumente und ihre Unternehmensaktivitäten einbeziehen
[Quelle: 23].
Daseinsvorsorge (Daseinsfürsorge)
Gewährleistung eines gleichberechtigten Zugangs aller Bürger zu allen wichtigen Dienstleistungen und Einrichtungen, die als wesentlich für
das Funktionieren einer modernen Gesellschaft angesehen werden und die daher mit einer besonderen Gemeinwohlverantwortung verbunden
sind [Quelle: 36].
Global Reporting Initiative (GRI)
Ihre Aufgabe ist es, weltweit anwendbare Richtlinien für Nachhaltigkeitsberichte, insbesondere für Großunternehmen, aber auch für andere
Unternehmen, Regierungen und NGOs zu entwickeln. Ziel ist die standardisierte Darstellung der ökonomischen, ökologischen und
sozialen und gesellschaftlichen Performance des berichtenden Unternehmens.
Kyoto-Protokoll
Am 11.12.1997 unterzeichnetes Protokoll zur Klima-Konvention, in Kraft seit 16.2.2005. Danach sollen die Vertragsstaaten ihre Emissionen
an Treibhausgasen bis zum Jahre 2012 um durchschnittlich 5%, die EU in Summe um 8% unter das Niveau von 1990 senken. Die EUMitgliedsstaaten
haben untereinander unterschiedliche Ziele vereinbart, für Österreich z.B. eine Senkung um 13%.
Nachhaltige Entwicklung
Eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse
nicht befriedigen können (nach Brundtland-Report).
NGO
Non-Governmental Organization, nichtstaatliche Organisation. Von staatlichen Stellen nicht organisierter oder abhängiger, nicht gewinnorientierter
organisatorischer Zusammenschluss von Menschen, die sich auf freiwilliger Basis engagieren, z.B. für Umweltschutz, Konsumentenschutz,
3. Welt, Menschenrechte.
Stakeholder (Anspruchsgruppen)
Erweiterung des Begriffs Stockholder (Aktionär). Stakeholder umfasst alle Gruppen, die durch die Unternehmenstätigkeiten beeinflusst
werden oder diese beeinflussen können, neben Aktionären bzw. Eigentümern auch Mitarbeiter, Konsumenten, lokale Bevölkerung, Behörden,
NGOs. |